„Die Akzeptanz war insgesamt sehr positiv. Viele Bewohnerinnen und Bewohner waren durch die Erfahrungen in der Corona-Pandemie bereits mit digitalen Kommunikationsformen vertraut. Für sie war es nachvollziehbar, mit einer Person zu sprechen, die sich nicht vor Ort befindet. Das grundsätzliche Verständnis für diese Art der Kommunikation war daher vielfach vorhanden.
Zudem wurde die Telekooperation teilweise auch als willkommene Abwechslung im Alltag wahrgenommen. Einige Bewohnerinnen und Bewohner zeigten großes Interesse an der neuen Technik. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Frage eines Bewohners: ‘Wann kommt Carlo mal zu mir?’ Das verdeutlicht, wie offen und neugierig viele dem Projekt begegnet sind.
Kritische Rückmeldungen bezogen sich weniger auf die Technik selbst, sondern eher auf allgemeine pflegerische Herausforderungen, etwa Zeitressourcen. Dabei war es wichtig zu betonen, dass Telepflege nicht als Ersatz persönlicher Zuwendung gedacht ist, sondern Pflegekräfte entlasten soll, um mehr Zeit für direkte Betreuung zu schaffen.
Skepsis gab es vereinzelt im Zusammenhang mit demenziell veränderten Personen, vor allem seitens der Angehörigen. Hier stellte sich die Frage, wie die Betroffenen auf eine digitale Kommunikationssituation reagieren und ob sie diese einordnen können. In solchen Fällen war ein sensibler, individueller Umgang entscheidend. Gemeinsam mit den An- und Zugehörigen wurde jeweils abgewogen, ob und in welcher Form der Einsatz sinnvoll ist.
Zu Beginn wurden persönliche Gespräche in den Zimmern geführt und Einwilligungserklärungen eingeholt. Dabei zeigte sich, dass manche Menschen befürchteten, selbst aktiv mit Technik umgehen zu müssen. Durch eine verständliche und angepasste Erklärung ließ sich diese Sorge in der Regel schnell ausräumen. Insgesamt war die Einführung mit einer guten und zielgruppengerechten Kommunikation gut umsetzbar.”