Mit DocsTalk öffnen wir unser digitales Interviewstudio: Hier sprechen wir mit Partnern, Anwendern und Wegbereitern der Telemedizin über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge. Authentisch, praxisnah und mit wertvollen Einblicken in Projekte, die Gesundheitsversorgung nachhaltig verändern.
Wenn Pflegefachkräfte kurzfristig fachliche Unterstützung benötigen, ist schnelle Expertise entscheidend. Doch wie lässt sich qualifizierte Beratung unkompliziert und zeitnah in den Pflegealltag integrieren?
Genau hier setzt das Projekt „Telekooperation in der Pflege“ der Vereinigten Hospitien an. Durch die gezielte Nutzung digitaler Kommunikationswege wird professionelle Expertise standortunabhängig verfügbar – direkt dort, wo sie gebraucht wird.
Für unser DocsTalk-Interview haben wir mit Hannah Schwarz gesprochen, die das Projekt von Beginn an begleitet und verantwortet hat, über die praktische Umsetzung gesprochen. Sie berichtet, welche Schritte entscheidend waren, welchen Herausforderungen das Team begegnet ist und welche wertvollen Erkenntnisse andere Einrichtungen aus dem Projekt ziehen können.
„Seit dem 01.07.2024 bin ich bei den Vereinigten Hospitien tätig und habe unmittelbar die Projektleitung für das Projekt ‘Telekooperation in der Pflege’ übernommen. Diese Funktion übe ich bis heute aus. Das Projekt lief zunächst bis Ende September und wird nun weitergeführt, ausgerollt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Meine zentralen Aufgaben umfassten die gesamte interne und externe Projektkoordination, die Durchführung von Schulungen sowie die Berichterstattung gegenüber dem GKV-Spitzenverband. Darüber hinaus war ich für die projektbezogene Finanzbuchhaltung verantwortlich. Insgesamt lag das vollständige Projektmanagement in meinem Zuständigkeitsbereich.”
„Das Projekt ‘Telekooperation in der Pflege’ wurde in Trier durchgeführt, einer Region in unmittelbarer Nähe zu Luxemburg. Da Pflegekräfte in Luxemburg deutlich höhere Gehälter erzielen als in Deutschland, ist die Tätigkeit dort besonders attraktiv. Dies verstärkt den ohnehin bundesweit bestehenden Fachkräftemangel in der Region Trier zusätzlich. Vergleichbare Entwicklungen sind auch in anderen Grenzregionen zu beobachten.
Vor diesem Hintergrund stellten sich die Vereinigten Hospitien die Frage, wie sich das Berufsbild der Pflege durch innovative Versorgungsformen weiterentwickeln und attraktiver gestalten lässt.
Das Projekt wurde im Stift Sankt Irminen umgesetzt. Die Einrichtung ist durch lange Wege geprägt, sodass Pflegekräfte viel Zeit für interne Abstimmungen und kurze fachliche Rücksprachen aufwenden müssen. Ziel des Projekts war es daher, den internen fachlichen Austausch effizienter zu gestalten und die Pflegekräfte im Arbeitsalltag zu entlasten.”
„Die größte Herausforderung zu Beginn war die fehlende digitale Infrastruktur – ein Thema, das viele Einrichtungen betrifft. Ohne eine stabile technische Grundlage lassen sich Digitalisierungsprojekte kaum umsetzen. Auch in unserem Fall musste zunächst die infrastrukturelle Basis geschaffen werden. Insgesamt wurden rund sechs Kilometer Kabel in der gesamten Einrichtung verlegt, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Erst danach konnten WLAN, Hard- und Software eingerichtet werden. Diese Vorbereitungsphase nahm entsprechend viel Zeit in Anspruch.
Eine weitere Herausforderung betraf die eingesetzte Software. Sie stammt ursprünglich aus der Telemedizin und war nicht auf die Anforderungen der Pflege ausgerichtet. Daher musste sie inhaltlich und strukturell angepasst werden. Beispielsweise wurden Begrifflichkeiten verändert, um der Rolle der Pflegefachkräfte gerecht zu werden und die Akzeptanz im Team zu fördern. Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, mit der sich die Mitarbeitenden identifizieren können.
Neben den technischen und inhaltlichen Anpassungen erforderte auch die Schulung der Mitarbeitenden einen erheblichen Zeitaufwand. In der Folge verkürzte sich die eigentliche Erprobungsphase des Projekts deutlich.”
„Ein Effekt, der uns tatsächlich zum Schmunzeln gebracht hat, war, dass die Pflegekräfte die Wege weiterhin gegangen sind. Unsere Pflegedienstleitung sagte einmal augenzwinkernd, die Wege seien offenbar nicht weit genug. Das war für mich jedoch eine große Bestätigung für die Fachkräfte, denn es hat gezeigt, dass Menschlichkeit und persönliche Nähe weiterhin im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen.
Die eigentliche Überraschung war daher, wie selbstverständlich die Pflegekräfte zwischen digitaler Unterstützung und persönlicher Präsenz unterscheiden. Sie wissen sehr genau, wann der direkte Kontakt erforderlich ist und wann eine digitale Klärung sinnvoll und ausreichend ist. Dass die Menschlichkeit trotz technischer Unterstützung klar im Zentrum bleibt, war eine besonders positive Erfahrung.”
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Verbindung schafft Vertrauen.
Durch bessere Kommunikation und die Sicherheit, Informationen verlässlich weiterzugeben, entsteht Vertrauen – bei Pflegekräften ebenso wie bei Bewohnerinnen, Bewohnern und Angehörigen.
Hannah Schwarz | Projekt „Telekooperation in der Pflege”
Projektleitung, Vereinigte Hospitien, Trier
Als technischer Umsetzungspartner verfolgen, unterstützen und gestalten wir innovative Pilotprojekte mit. Hier finden Sie eine Übersicht von spannenden GKV Projekten sowie Förderprogramme von Baden Württemberg, dessen Geschichte wir mit Ihnen teilen.