Mit Robotern gegen Einsamkeit: ein Forschungsprojekt in Zeiten der Pandemie

TEMI-Dienstantritt

Robotersysteme sollen in Krankenhäusern und Seniorenheimen helfen, Einsamkeit und soziale Isolation zu vermeiden und den Kontakt zwischen Bewohnern, Patienten und Angehörigen über moderne Medien herzustellen.

Die Corona-Pandemie hat gerade für die älteren Menschen weitreichende Folgen. Nicht nur, weil sie zur Risikogruppe gehören und von einer potentiellen Ansteckung bedroht sind. Aufgrund der aktuellen Besuchsverbote leiden viele Seniorinnen und Senioren unter Einsamkeit und sozialer Isolation. Hier ist die Bevölkerung aufgefordert, zu unterstützen und Kontakt zum Beispiel über Telefon oder moderne Medien zu halten.

Aus diesem Grund haben wir im Rahmen unseres aktuellen Forschungsprojektes AIDA gemeinsam mit unseren Konsortialpartnern - federführend unter der Sektion Medizintechnik der Uniklinik RWTH Aachen - zwei "Home Care Robots" (TEMI) der Neusser Firma Medisana in zwei Pflegeeinrichtungen und der Klinik für Altersmedizin der Uniklinik Aachen installiert.

Die Roboter sollen die älteren Menschen "besuchen" und ihnen ermöglichen, über moderne Technik in Form einer Videokonferenz die Angehörigen zu kontaktieren und Kontakt zu halten. Dabei erforschen die Wissenschaftler, inwiefern die Roboter helfen, eine Einsamkeit zu lindern oder zu verhindern.

DR. MED. ANDREAS FOLLMANN
Projektleiter der Sektion Medizintechnik
2020

„Gerade von dem humanoiden Charakter versprechen wir uns einen großen Vorteil. Es kommt halt wirklich jemand zu Besuch, den man schon von weitem hört und auf den man sich freut“

Die Besuchsverbote gelten landesweit bereits seit dem 16. März 2020. Viele Einrichtungen haben sich bereits Konzepte überlegt, um dennoch den Kontakt zu geliebten Angehörigen zu ermöglichen.

ARNO BRAUCKMANN
Pflegedienstleiter der Stiftung EvA in Gemünd
2020

„Viele unserer Bewohner leiden genauso unter dem Besuchsverbot wie ihre Angehörigen. Wir glauben, dass die Roboter-Technik nicht nur die Einsamkeit lindert, sondern sowohl unseren Bewohnern als auch dem Personal in dieser Zeit sehr viel Freude bereiten wird."

In einem weiteren Projektabschnitt wird über den Roboter auch ein telemedizinischer Kontakt mit Hilfe unserer TeleDoc-Software zu den Hausärzten der Patienten ermöglicht. Überbrückend haben wir die beiden Altenheime mit einem "TeleDoc portable"-System ausgestattet ("unsere Tasche"). Dadurch ermöglichen wir den Bewohnern einerseits eine Videosprechstunde mit ihren Hausärzten, ohne dass sie sich einer zusätzlichen Gefahr einer Infektion aussetzen; andererseits stehen für eine adäquate Point-Of-Care-Diagnostik auch Medizingeräte zur Verfügung. Sie ermöglichen: eine Rhythmusanalyse mittels EKG, Pulsoxymetrie, Blutdruck- und Blutzuckermessung und die Auskultation von Herz und Lunge durch den Hausarzt aus der Ferne.

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